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Telefonzelle, Münzfernsprecher & Kartentelefon in Deutschland

Münzfernsprecher 69 SWFVMü69 (DDR)

Selbstwählfernverkehrsmünzfernsprecher 69

SWFV Mü 69
(Münzer 69, M69, Mü69)
Deutsche Post der DDR


SWFV Mü 69 mit Nummernschalter


 
Der Münzfernsprecher 69 gestattet Ortsgespräche und Selbstwählferngespräche.

Die Kassierung der Gebühren erfolgt beim Ortsverkehr am Ende des Gespräches.
Im Selbstwählferndienst wird während des Gespräches kassiert.

Die Gebühreneinheit beträgt 20 Pfennig.
Es sind 20-Pfennig, 50-Pfennig und 1-Mark-Münzen zu verwenden.
Eine 50-Pfennig Münze entspricht drei, eine 1-Mark-Münze 6 Gebühreneinheiten.

Die Kassierung geschieht im Takt der jeweils gewählten Gebührenzone.
Sie wird in der Reihenfolge der Wertigkeit vorgenommen. Der niedrigste Wert wird zuerst kassiert.
Wenn das eingezahlte Geld verbraucht ist, schaltet sich mit dem vorletzen Zählimpuls das Transparent "Bitte Zahlen" ein,
der nächste Zählimpuls bewirkt die Zwangstrennung, wenn inzwischen kein Geld nachgezahlt wurde.


Die Bodenwanne des zweiteiligen Gehäuses besteht aus einer Leichtmetallgußlegierung, die Kappe aus glasfaserverstärktem Polyester.
Die Kappe ist nach unten abklappbar und abnehmbar.

Die Teilnehmerschaltung ist eine symmetrische Brückenschaltung mit frequenzabhängiger Nachbildung aus komplexen Widerständen.
Die elektrische Anpassung an das Fernsprechnetz geschieht durch den EInsatz unterschiedlicher Wandlergruppen.
Es werden vorwiegend integrierte Schaltkreise in Dünnschicht-Hybrid-Technik eingesetzt.

Durch Aufteilung der Schaltung in acht Einschübe, ist eine einfache Instandhaltung des Gerätes
durch Auswechseln der jeweils defekten Leiterplatte möglich.
Der Umschalter besteht aus zwei jeweils nebeneinander montierten Schutzrohrkontakten, an denen ein Dauermagnet befestigt ist.
Bei abgenommenem Handapparat sind die Kontakte geschlossen.
In der Hörmuschel des Handapparates ist ebenfalls ein Dauermagnet angebracht. In aufgelegtem Zustand des Handapparates kompensiert dieser Magnet das Magnetfeld des am Schutzrohrkontakt montierten Magnets,
wodurch sich die Schutzrohrkontakte durch ihre eigene Federkraft öffnen.


Maße:
Möhe: 510 mm
Breite: 332 mm
Tiefe: 32 mm
Gewicht: 27 kg

Die Befestigung des Münzfernsprechers erfolgt auf dem mitgelieferten T-förmigen Befestigungsstück.
Da die zur Befestigung des Münzfernsprechers in der Rückwand befindlichen Bohrungen zueinander die gleichen Abstände haben wie bei den Münzfernsprechern 58 und 60, können vorhandene Aufhängevorrichtungen verwendet werden.
Das Befestigungsstück ist so zu montieren, daß es eine Tragfähigkeit bis 100 kg aufnehmen kann, notwendigenfalls sind an der Rückseite der Befestigungswand entsprechende Verstärkungen anzubringen. Die oberen Befestigungsschrauben sind etwa 1500 mm über Oberkante Fußboden anzubringen.

Der Münzfernsprecher 69 benötigt zum Betrieb 220V 50Hz.
Die Leistungsaufnahme beträgt etwa 40 VA.
Die Energieversorgungsbaugruppe ist schutzisoliert. Ein Schutzleiter muß daher entfallen.
Es wird der Amtsumsetzer nach IPF-Zeichnung 541 S 7101 benötigt, um die Gleichstromimpulse zum Münzfernsprecher zu Übertragen.
Bei 16 kHz Zählung ist kein Umsetzer erforderlich.
Der Münzfernsprecher kann an alle bei der Deutschen Post verwendeten Systeme 22 bis 65 angeschlossen werden.

Quelle: VDP47311 Blatt 7 Münzfernsprecher  69, Dezember 1979

 

 

Bei der Entwicklung des Münzfernsprechers Mü 69 wurden die Anschlußbedingungen der Deutschen Post zugrunde gelegt. Der Münzfernsprecher Mü 69 kann somit an Wählvermittlungen mit Speisebrücken, vorzugsweise 2 X 500 Ohm, 60 V angeschlossen werden.

Für seinen Betrieb sind in der Vermittlung, außer für die Durchschaltung der Gebührenimpulse zur Kassierung, keine zusätzlichen Einrichtungen erforderlich.
Auf Wunsch kann der Münzfernsprecher mit einer Störmeldeeinrichtung geliefert werden. Es ist dann jedoch eine zusätzliche Erdleitung zum Münzfernsprecher, sowie eine bestimmte Empfangsschaltung in der Zentrale erforderlich.
Die Art der Gebührenimpulse zur Kassierung ist beliebig, das heißt, der Münzfernsprecher kann für die Kassierung mit Gleichstromschwellimpulsen oder mit 16-kHz-Impulsen geliefert werden.

Die nachträgliche Umrüstung ist durch den Austausch einer entsprechenden Leiterplatte leicht zu realisieren.

Der Münzfernsprecher benötigt einen Energieanschluß 220 V, 50 Hz ohne Schutzleiter für ca. 40 VA. Die Netzspannung kann dabei in den Grenzen von — 20 % bis + 10 % schwanken. Bei Netzausfall wird die eingebaute Sperrschaltung unwirksam, so daß der Apparat die Funktion eines normalen Fernsprechgerätes ausübt und gebührenfrei arbeitet. Dieses ist für Notgespräche erforderlich.

Der Münzfernsprecher ist für die Kassierung von 20-Pf-, 50-Pf- und 1-M-Münzen eingerichtet.
Ein Umbau auf andere Münzarten ist prinzipiell möglich.
Er ist geeignet zur Durchführung von Orts- und SWFV-Gesprächen. Die Gesprächsaufnahme erfolgt bei SWFV-Gesprächen auf dem Prinzip der Vorauszahlung.
Die Kassierung weiterer Münzen erfolgt während des Gespräches. Bei Ortsgesprächen wird bei Gesprächsende kassiert.
 


 

Aufbau

Der Münzfernsprecher hat die Abmessungen 332,5 mm x 325 mm x 512 mm seine Masse beträgt ca. 27 kg. Er besteht aus einem zweiteiligen Gehäuse, der Bodenwanne und der Gehäusekappe sowie dem auf der Gehäusekappe aufliegendem Handapparat.

Das Gehäuse des SWFV-Mü 69 ist nach modernsten Gesichtspunkten der Formgestaltung und Farbgebung entwickelt worden. Es fügt sich in die Formfamilie 66 der neuen Fernsprechgeräte des Industriezweiges Nachrichten-und Meßtechnik der DDR ein.

Alle Bedienelemente sind übersichtlich auf einem pultförmlgen Bedienfeld angeordnet und leicht zugänglich. Das zweiteilige Gehäuse besteht aus einer die wesentlichen Funktionseinheiten tragenden Bodenwanne aus einer Leichtmetallgußlegierung und einer um etwa 75 ° nach unten aufschwenkbaren Gehäusekappe aus glasfaserverstärktem, ungesättigtem Polyesterharz. Diese Formteile aus Polyesterharz besitzen hohe mechanische Festigkeitswerte und sind witterungs- und klimabeständig. Die Verbindung der beiden Gehäuseteile erfolgt durch die Verwendung eines kräftig ausgebildeten, robust gewählten Scharniers und Verschlußmechanismus.

Beim Innenaufbau des Gerätes sind die Baugruppen entsprechend ihren Einzelfunktionen gegliedert. Durch die Verwendung von steckbaren Baugruppen im elektrischen Teil und durch Rastung leicht demontierbarer mechanischer Funktionseinheiten auf der Basis des Baukastensystems wurden gute Bedingungen für die Wartung und große Sevicefreundlichkeit erreicht.
 

So befindet sich in der Bodenwanne links das elektronische Steuerteil mit Leiterplatten in Steckkartentechnik. Hier sind fast alle elektronischen Funktionen zusammengefaßt. 

Rechts oben befindet sich die Kassiereinrichtung. Sie beinhaltet die Münzprüfstrecken und die Münzspeicher, die mittels einschnappbaren Rastverbindungen einzeln leicht auswechselbar sind. Elektrisch ist die Kassiereinrichtung durch Steckverbinder mit dem Steuerteil verbunden. Die Münzprüfstrecken laufen senkrecht zur Rückwand mit einer zweimaligen Umlenkung der Bewegungsrichtung der Münzen. Es ergibt sich somit ein S-förmiger Durchlauf der Münzen. Die Münzprüfkanäle für die verschieden anzunehmenden Münzarten sind derart nebeneinander angeordnet, daß parallel zur Münzlaufrichtung jeweils ein Ableitkanal für Fremdkörper und Falschmünzen gebildet wird und die Ausgänge der Ableitkanäle und die Rückgabeausgänge der Münzspeicher direkt oberhalb des Rückgabebechers zu liegen kommen, während die Kassierausgänge der Münzspeicher über der Einlauföffnung der Münzkassette enden.
 

Dieser Aufbau sichert eine unmittelbare Zugänglichkeit zu allen kritischen Stellen und ist in Blickrichtung sofort überschaubar. Zur weiteren Verbesserung der Übersichtlichkeit und Erhöhung der Störsicherheit sind die Prüfstrecken L-förmig aufgebaut, derart, daß der lange, als Anlagefläche für die Münze dienende Schenkel mit seinem freien Ende zur Waagerechten leicht geneigt ist, während der kurze Schenkel als Münzlaufboden dient.
 

Beim SWFV-Münzer sind folgende Münzprüfer zum Ausscheiden fehlerhafter Münzen vorgesehen:

1. Eine Einwurfschlitzsperre, die das Einwerfen von Münzen verhindert, welche im Durchmesser und in der Dicke zu große Abmessungen aufweisen.

2. Ein Dickenprüfer zum Aussondern von Münzen, die zu dünn sind.

3. Ein Durchmesserprüfer zum Aussondern von Münzen mit zu kleinem Durchmesser.

4. Ein Prüfer zum Entfernen verbogener Münzen, die im Speicher zu Verstopfungen führen können.

5. Ein Prüfer für zu schweres Falschgeld.

8. Ein magnetischer Prüfer zum Auswerfen von Falschgeld aus Eisen.

7. Ein Prüfer zum Entfernen unrunder, angeschlagener Münzen.

8. Ein Prüfer zum Aussondern von Ronden mit Loch.

Im Münzspeicher wird das Vorhandensein der Münzen :fotoelektrisch festgestellt und auf dem Leuchtfeld angezeigt.

Für den Kassiervorgang weist jeder Münzspeicher am Ende seines Speicherkanals ein aus zwei dreiarmigen, nebeneinander in der Münzebene liegenden Hebeln bestehendes Sperrgetriebe auf, das von einem Kurzhubmagneten gesteuert wird. Die Arme der beiden Hebel sind derart angeordnet, und miteinander gekoppelt, daß im Ruhezustand des Kassiermagneten ein Arm des einen Hebels den Kassierausgang für eine Münze frei gibt, während ein Arm des anderen Hebels einen Nachlauf weiterer Münzen sperrt. Die Münzlaufbahn jedes Speicherkanals ist als seitlich verschiebbare Kulisse derart ausgebildet, daß bei Erregung des mit der Kulisse gekuppelten Rückgabemagneten eine Öffnung als Rückgabeausgang für im Speicherkanal vorhandene Münzen entsteht.

Rechts unten befindet sich die etwa 1500 Münzen fassende Kassette. Sie ist durch einen besonderen Verriegelmechanismus, der nur ein einmaliges Einführen und damit Öffnen der Münzeinwurföffnungen zuläßt, gegen Betrug gesichert. Die Kassette wird dazu vor dem Einsetzen in geöffnetem Zustand durch Betätigung eines Riegels gesichert und plombiert. In der Gehäusekappe befindet sich links oben der Münzeinwurf mit der Prüfstrecke I. In dieser Prüfstrecke werden mutwillig oder gedankenlos eingeworfene Fremdkörper, wie Streichhölzer, Büroklammern, Fahrkarten und dergleichen aus der Münzbahn ausgeworfen.

Unter dem Münzeinwurf, aber noch innerhalb der Bedienfläche befindet sich das Leuchtfeld. Hier wird die Anzahl und Wertigkeit der gespeicherten Münzen angezeigt. Weiterhin wird dem Teilnehmer signalisiert, wann eine Nachzahlung erfolgen muß.

Auf der rechten Seite oben befindet sich der Umschalter. Der Handapparat liegt dabei in einer feststehenden Aufhängung. Die Umschaltung der Teilnehmerschleife erfolgt mit magnetischer Kraftübertragung durch Schutzrohrkontakte. Damit sind dem Teilnehmer keine mechanischen Funktionselemente des Umschalters mehr zugänglich. Es ist notwendig, den Handapparat zur Trennung der Verbindung in jedem Fall aufzulegen.

Unterhalb des Umschalters befindet sich der Nummernschalter.

Der untere Teil der Gehäusekappe wird auf der linken Seite durch den Rückgabebecher und auf der rechten Seite durch die elektronische Nummernsperre ausgefüllt. Der Handapparat ist nach CCITT-Empfehlungen ausgeführt. Er ist mit einer speziellen plastummantelten Wendelschnur versehen, die eine hohe Zerreißfestigkeit, Elastizität und Verschleißfestigkeit innerhalb eines weiten Temperaturbereiches besitzt. Sie wird von vorn links in das Gerätegehäuse eingeführt.


Bedienanweisung

Nach dem Abnehmen des Handapparates von seiner Auflage leuchtet die Zahlungsaufforderung auf. Im Hörer muß das Amtszeichen hörbar sein. Nach dem Einwerfen von Münzen (mindestens eine 20-Pf-Münze) erlischt die Zahlungsaufforderung. Der Münzeinwurf wird durch das Aufleuchten der entsprechenden Felder von unten beginnend angezeigt, wobei maximal 3 Stück 20-Pf-Münzen, 3 Stück 50-Pf-Münzen und 3 Stück 1,-Mark Münzen signalisiert werden.

Der Einwurf weiterer Münzen ist möglich. Beim Überschreiten des Fassungsvermögens der Speicher werden die weiteren Münzen zurückgegeben. Wird nach dem Führen eines Ortsgespräches der Handapparat aufgelegt, dann wird eine 20-Pf-Münze kassiert und die restlichen Münzen fallen in den Rückgabebecher.

Es ist möglich mit einer höherwertigen Münze 3 (50 Pf) bzw. 6 (1,- Mark) Ortsgespräche zu führen, wenn nach jedem Gespräch der Handapparat nur kurzzeitig aufgelegt wird.

Bei einer Ferverbindung erfolgt die Kassierung der Münzen zu Beginn und dann fortlaufend während des Gespräches in der Reihenfolge von der niedrigsten bis zur höchsten Wertigkeit, wobei die Zeit zwischen zwei Kassierimpulsen von der jeweiligen Fernzone abhängt.

Das Aufleuchten der Nachzahlaufforderung erfolgt rechtzeitig vor dem Gesprächsende. Werden keine weiteren Münzen eingeworfen, bewirkt der darauffolgende Zählimpuls die Zwangstrennung der Verbindung.

Wird das Gespräch vorzeitig beendet, dann werden noch nicht kassierte Münzen zurückgegeben. Der Erstbetrag einer abkassierten Münze ist in der Regel verloren, kann aber, wie oben schon erwähnt, zum Herstellen einer weiteren Verbindung benutzt werden, wenn das bestehende Gespräch durch kurzzeitiges Auflegen des Handapparates unterbrochen wird.

Kommt nach der Wahl des Teilnehmers keine Verbindung zustande, so werden nach dem Auflegen des Handapparates die eingeworfenen Münzen zurückgegeben. Vorteilhafterweise ist auch hierbei der Handapparat nur kurzzeitig aufzulegen, wodurch eine Neubelegung des Amtes erfolgt, die Münzen jedoch in den Speichern verbleiben, so daß der Wählvorgang sofort wiederholt werden kann.

Der Münzfernsprecher gestattet die Wahl ohne Münzeinwurf von 2 einstellbaren ein- bis dreistelligen Ziffernfolgen, z. B. Notrufe (Ausführung DP: 11 . . .)

Demgegenüber können bis 10 einstellbare ein- bis dreistellige Ziffernfolgen, die z. B. zum Fernamt, zur Telegrammaufnahme und auch zu anderen Stellen führen und nach Münzeinwurf nicht erreicht werden sollen, gesperrt werden (Ausführung DP: 13, 08, 013).

Weiterhin wird gesperrt, wenn der Nummernschalterab-lauf außerhalb der Toleranzgrenzen liegt.

Im SWFV-Münzer mit Kassierung während des Gespräches ist mindestens eine vierstellige Ziffernfolge zu wählen, anderenfalls erfolgt beim Einschalten der Zahlungsaufforderung die Zwangstrennung der Verbindung.

Dieses ist insbesondere bei Prüfarbeitsgängen zu berücksichtigen.

Bei Unterbrechung der Stromversorgung arbeitet das Gerät wie ein normaler Hauptanschluß.


Funktionsablauf

Nach dem Abheben des Handapparates signalisiert ein über dem Symbol „Münzeinwurf" angeordnetes rot leuchtendes Displays (Intervall) die Betriebsbereitschaft des Münzfernsprechers.

Die eingeworfenen Münzen gelangen über die Münzprüfstrecken in den Speicher. Die unter den Münzschlitzen befindlichen Leuchtfelder zeigen Anzahl und Wertigkeit der fotoelektrisch abgetasteten Münzen an. Werden mehr Münzen eingeworfen als Anzeigefelder vorhanden sind, führt das nicht zur Störung des Gerätes oder zum Verlust des Geldes, sondern die Münzen fallen beim Überschreiten einer bestimmten Menge in den Rückgabebecher. Nach Einzahlung der Mindestgebühr von 20 Pf erlischt die „Zahlungsaufforderung".

Mit einer 20-Pf-Münze kann eine beliebige Verbindung aufgebaut werden, wobei die Gesprächszeit in höheren Fernzonen sehr kurz wird, zumal der Beginnimpuls nicht immer synchron zur Zählimpulsfolge liegt. Das heißt, wenn sich der Teilnehmer 5 s nach dem Gebührenimpuls einschaltet und die Impulsfolge entspricht der Zone 3, dann verbleiben bei Bezahlung von 20 Pf noch 5 s, bis der nächste Impuls die Trennung auslöst. Dies muß jedoch in Kauf genommen werden, da sich eine zeitlich synchrone Lage von Beginnimpuls und Kassierimpulsfolge nur durch aufwendige Veränderungen auf der Amtsseite erreichen läßt.

Bei der Einzahlung von 50 Pf werden 3 Gesprächseinheiten zur Verfügung gestellt, bei Einzahlung von 1,- Mark dementsprechend 6 Einheiten.

Wird vom Teilnehmer ein längeres Ferngespräch gewünscht, dann muß er einen größeren Geldbetrag bei Gesprächsbeginn einwerfen oder während des Gespräches nachzahlen. Sinkt während eines Gespräches das gespeicherte Gesamtguthaben unter 1 Gebühreneinheit ab, so wird die „Zahlungsaufforderung" eingeschaltet.

Weiterhin wird ein kurzer abschwellender Ton (~ 1000 Hz) im. Handapparat hörbar. Erfolgt keine Nachzahlung, dann wird das Gespräch nach einer bestimmten Zeit au-tomatisch getrennt.

Wird das Gespräch vorzeitig abgebrochen, dann fallen kurze Zeit (etwa 3 s) nach Auflegen des Handapparates noch nicht kassierte Münzen in den Rückgabebecher. Ein aus einer kassierten Münze resultierender Restbetrag ist in der Regel verloren und wird nicht zurückgegeben.

Es ist jedoch möglich, diesen Restbetrag zum Aufbau eines neuen Gespräches zu verwenden, wenn der Handapparat nur kurzzeitig (<1,5s) aufgelegt wird, so daß zwar im Amt eine Neubelegung erfolgt, aber der Restbetrag noch nicht gelöscht ist.

Bei Nichtzustandekommen einer Verbindung werden alle eingeworfenen Münzen nach Auflegen des Handapparates ebenfalls zurückgegeben.

Bei Benutzung des Münzfernsprechers Mü 69 im Ortsverkehr erfolgt die Kassierung am Gesprächsende durch dem vom Amt ausgelösten Gleich- oder Wechselstrom-zählimpuls. Die Gesprächszeit ist nicht begrenzt. Zweckmäßigerweise werden Ortsgespräche mit einer 20-Pf-Münze durchgeführt, das schließt nicht aus, daß bei Ein-wurf einer 50-Pf- bzw. 1,- Mark Münze das Ortsgespräch durchgeführt werden kann, wobei allerdings der Restbetrag nicht zurückgegeben wird.

Bei Benutzung des Münzfernsprechers Mü 69 im Fernverkehr erfolgt die Kassierung zu Beginn und dann während des Gespräches durch Gleich- oder Wechselstromzählimpulse des Zeitzonenimpulsgebers. Der Funktionsablauf der Kassierung ist so ausgebildet, daß immer zuerst die kleinste im Speicher befindliche Münze kassiert wird. Auch dann, wenn eine hochwertige Münze kassiert ist und sich noch weitere derartige Münzen im Speicher befinden, wird bei Einwurf einer kleineren Münze diese zuerst kassiert. Damit hat der Teilnehmer die Möglichkeit, das Verhältnis von eingezahlten Münzen zu der Gesprächszeit günstig zu beeinflussen.

Fällt während des Gespräches die Stromversorgung aus, wird das in den Speichern befindliche Geld nicht zurückgegeben. Das Gespräch bleibt bestehen und wird nicht getrennt.

In dem Münzfernsprecher befindet sich eine elektronische Nummernsperre, die von zusätzlichen Kontakten des Nummernschalters angesteuert wird.

Damit ist es möglich, bis zu 10 verschiedene Ziffernfolgen zu sperren, wobei die Sperre nach der ersten, zweiten oder dritten Ziffer einsetzen kann. Ebenso können zwei unterschiedliche Ziffernfolgen ohne Geldeinwurf angewählt werden.


Bedienungsanweisung / Informationspiktogramm
zum Münzfernsprecher 69
Wurde an der Rückwand des Fernsprechhäuschens bzw.
der Sprechkabine über oder neben dem Münzfernsprecher angebracht


Version von 1987




Version von 1987



ein Bild
Aufgebrochener SWFV Mü 69, Totalschaden

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